Kurzuschüsse bei der Krankenkasse beantragen

Voraussetzungen für eine bezuschussbare Kur

Kurschuss und KrankenkassenVor der Kur

  • Kurantrag immer vor Antritt der Kur stellen
  • Auswahl eines anerkannten Kurortes
  • ausgefüllter Kurantrag, vom Arzt bestätigt
  • vom Arzt begründete Krankheitsverhütung bzw. Vorsorgebedürftigkeit sowie Diagnose
  • Kurbewilligung der Krankenkasse

Anspruch und Dauer

  • in der Regel alle 3 Jahre für 14 - 21 Tage

Möglicher Kostenzuschuss

  • max. 13 €/ Tag für Unterkunft, Verpflegung und Fahrt
  • 90 % der Behandlungskosten bzw. Kurmittelkosten
  • 100% der Arztkosten

Kuren in Deutschland

  • Unterkunft und Verpflegung werden zunächst von Ihnen bezahlt und im Nachhinein von der Krankenkasse erstattet
  • Arzt und Anwendungen werden direkt mit der Krankenkasse abgerechnet
  • gesetzliche Eigenanteile sind direkt an die Kureinrichtung zu zahlen

Kuren im EU-Ausland

  • Unterkunft, Verpflegung und alle medizinischen Leistungen müssen zunächst selbst verauslagt werden
  • im Nachhinein Erstattung durch die Krankenkasse
  • es können lediglich Anwendungen erstattet werden, die auch in Deutschland von der Krankenkasse übernommen werden

Kostenaufschlüsselung vom Kurhaus?

Oftmals erhalten Sie im Sanatorium / Hotel eine kostenpflichtige Aufstellung über die Kosten der Therapien, die Sie erhalten haben. Zum Teil sind diese Bescheinigungen aber auch schon im Kurpaket enthalten. Einige Krankenkassen verlangen zusätzlich aber eine detaillierte Aufstellung der Kosten für Verpflegung, Übernachtung, ärztliche Konsultationen und die Therapien.

Wichtig für Ihre Gespräche mit der Krankenkasse

Der Kurarzt entscheidet! Die Therapie wird erst durch den Kurarzt vor Ort festgelegt. Er entscheidet über Anzahl und Art der Anwendungen (auch über bei uns gebuchte Pauschalen). Wir haben darauf keinen Einfluss. Bei einer Kur sind keine Anwendungen im Vorfeld festgeschrieben.
Daher beachten Sie bitte auch, dass wir für medizinische und physiotherapeutische Leistungen lediglich Vermittler sind! Aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen (Kur-)Arzt und (Kur-)Patienten können und dürfen wir in diese Beziehung nicht eingreifen oder Verantwortung übernehmen. Eventuelle Ansprüche müssen wie bei einem Arztbesuch in Deutschland gegen das medizinische Personal direkt gerichtet werden. Wir bitten Sie dafür um Verständnis!

Präventionsprogramme

Krankenkassen bieten in Zusammenarbeit mit vielen Hotels Präventionsprogramme im Rahmen der Gesundheitsförderung an. Diese können mit bis zu 150 € jährlich bezuschusst werden. Die Kurinhalte entsprechen in vollem Umfang den Handlungsempfehlungen und Kriterien der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen zur Umsetzung der Primärprävention (§ 20 Abs. 1 SGB V ).
  • Fragen Sie Ihre Krankenkasse vor  der Buchung nach dem Zuschuss für Präventionskuren.
  • Nach Genehmigung und Teilnahme am Präventionsprogramm lassen Sie sich die Leistungen und Preise im Hotel bestätigen und reichen diese bei Ihrer Krankenkasse ein.

Zuschuss abgelehnt wegen „Pauschalkur“?

Aktuelles zum Thema Bezuschussung

Hin und wieder erreichen uns Mitteilungen von Reisegästen, dass eine Bezuschussung einer Kurreise deswegen abgelehnt wird, weil der Versicherte eine „Pauschalkur“ gebucht hat. Hierbei wird unterstellt, dass die in der „Pauschalkur“ vereinbarten Anwendungen bereits feststehen und unabhängig von den individuellen Erfordernissen und ohne Arztkonsultation zu Beginn der Kurreise der Anwendungsplan feststeht. Würde dies so sein, wäre es auch aus unserer Sicht keine Kurreise, sondern eher ein Wellnessaufenthalt, wo – ohne ein Erfordernis, den Kurarzt zu Beginn zu besuchen- die Anwendungen fest vorab gebucht werden, also z.B. für ein Wochenende ein Rosenbad und eine Massage gebucht wurde.

Bei sämtlichen von uns ausgeschriebenen Kurreisen ist weder im Vertragsverhältnis zwischen der Kureinrichtung und uns als Veranstalter noch im Vertragsverhältnis zwischen dem Reisegast und uns festgeschrieben, welche konkreten Anwendungen der Reisegast erhält. Eindeutig und ausschließlich legt der Kurarzt die Anwendungen vor Ort, entsprechend den individuellen Erfordernissen des Reisegastes, fest. Wenn dem nicht so wäre, müsste auch keine ärztliche Eingangskonsultation zur Verordnung von Anwendungen geben. In unserem Reisepreis ist daher auch nur ein Rahmen für mögliche Anwendungen abgebildet, der jedoch nicht auf den Euro festgeschrieben ist. Von Reisegast zu Reisegast sind die Höhe der Anwendungskosten unterschiedlich, auch daran erkennt man, dass die Anwendungen individuell verordnet werden. Somit ist ganz eindeutig, dass ein bei uns gebuchtes Kurprogramm den Erfordernissen einer individuellen Verordnung der Anwendungen Genüge trägt. Mit dem im vorab gekauften Paket haben unsere Reisegäste, aber auch die Krankenkassen einen finanziellen Vorteil, da wir als Großabnehmer bessere Einkaufspreise für die Anwendungen erhalten.

Sollten Sie also eine Ablehnung eines Zuschusses aufgrund der Buchung einer Pauschalkur erhalten, legen Sie bitte entsprechend der im Ablehnungsbescheid aufgeführten Rechtsbehelfsbelehrung fristgemäß innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch bei der Krankenkasse ein. Diesen Widerspruch müssen Sie begründen, dazu können Ihnen die hier erläuterten Argumente helfen. Sie müssen Ihrer Krankenkasse insofern nachvollziehbar erklären, warum es sich bei der von Ihnen absolvierten Kurreise nicht um eine reine „Pauschalkur“ handelt. Die Krankenkasse wird aufgrund Ihres Widerspruchs mithilfe Ihrer Widerspruchsbegründung den Sachverhalt noch einmal überprüfen. Sodann ergeht einWiderspruchsbescheid, dieser kann positiv - dann erfolgt die von Ihnen begehrte Erstattung - oder negativ sein. Im letzteren Fall bleibt Ihnen, Ihren Anspruch auf dem Klageweg geltend zu machen, auch ohne Rechtsanwalt. Die Klage ist innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Widerspruchsbescheids beim zuständigen Sozialgericht zu erheben. Auch der Widerspruchsbescheid enthält eine entsprechende Rechtsbehelfserklärung. Grundsätzlich ist das Verfahren vor dem Sozialgericht kostenfrei. Bestimmte Kosten müssen Sie jedoch gegebenenfalls vorstrecken und – wenn Sie den Prozess verlieren – endgültig selbst tragen. Darüber hinaus bleibt Ihnen, beispielsweise weil Sie eine der oben genannten Fristen versäumt haben, einen Überprüfungsantrag bei ihrer Krankenkasse zu stellen.

Mit einer guten Begründung haben Sie auf all den Ihnen soeben aufgezeigten Wegen Aussicht auf Erfolg. Als weiterer Grund für eine Ablehnung wird von Kassen oft genannt, dass vorhandene ambulante Vorsorgemaßnahmen am Wohnort nicht ausgeschöpft wurden. Auch hier gilt es, eine gute Begründung für den Widerspruch zu formulieren. Dabei kann Ihnen Ihr Arzt behilflich sein. Der Ablehnung kann entgegen gehalten werden, dass zum Beispiel beim Vorliegen einer Atemwegserkrankung das Heilklima an der Ostsee und im Gebirge den Heilprozess begünstigt. Das gleiche gilt bei anderen Krankheitsbilder für Kurorte, die Thermalquellen oder besondere Soleaufkommen erschlossen haben.